Literatur | Web oder stirb!

 

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Strategie- und Content-Spezialistin Dr. Kerstin Hoffmann zeigt, wie Sie für Ihr Unternehmen eine passgenaue Kommunikationsstrategie entwickeln. In vier klar gegliederten Teilen erhalten Sie einen umfassenden Überblick darüber, was Sie an Wissen, Orientierung, Handwerkszeug und Ressourcen brauchen, um im digitalen Wandel zu bestehen. Lassen Sie sich inspirieren!

Leseprobe: Digitales Netzwerken: Vom plötzlichen Verlust des gesunden Menschenverstands

Eine meiner persönlichen Lieblingsfragen angesichts vieler seltsamer Erscheinungen im Web lautet: „An welcher Stelle zwischen dem richtigen Leben und dem Social Web ist denn da der gesunde Menschenverstand verlorengegangen?

“Menschen, und das gilt allzu häufig auch für Unternehmensvertreter und selbst für professionelle Kommunikatoren, sind im richtigen Leben perfekt in der Lage, sich Aktionismus: „Machen Sie uns mal Facebook!“

auszudrücken, ihre Kontakte wertschätzend zu behandeln, Nutzen zu generieren. Und dann begeben sie sich in die digitale Welt der sozialen Netzwerke und handeln plötzlich auf eine Weise, bei der ihnen im echten Leben wahrscheinlich selbst übel würde. So würden die wenigsten Menschen sich auf eine Veranstaltung oder eine Party begegnen und, ohne sich überhaupt zu orientieren, wie die Stimmung ist und wie die Anwesenden „ticken“, sofort losplappern. Natürlich gibt es lästige Zeitgenossen auch im richtigen Leben. Aber kaum jemand, der im Web andere Leute mit Spam wie Eventeinladungen oder sonstigen Push-Nachrichten „zu-spammt“ würde das im realen Geschäftsleben in dieser Penetranz tun. Welcher seriöse Unternehmer hält auf realen Netzwerktreffen kitschige Sinnsprüche mit Blumenranken hoch? In sozialen Netzwerken aber tun sie es ungeniert. Oder: Wer würde einem Unbekannten eine komplette Liste seiner Geschäftspartner und privaten Kontakte zur Verfügung stellen, ohne auch nur nachzufragen, was der Empfänger mit diesen Daten anzustellen plant? Wer würde einem Unbekannten mal so eben den eigenen Briefkastenschlüssel überreichen, inklusive Erlaubnis, alle Briefe zu öffnen und die Absender zu lesen? Niemand. Andererseits aber erteilen Menschen auf Plattformen wie LinkedIn oder Facebook dem Anbieter die Genehmigung zum Durchsuchen, Speichern und Nutzen der eigenen E-Mail-Adresse, indem sie bereitwillig ihr eigenes Passwort eintippen. Im Social Web lassen sich Menschen zu Dingen hinreißen, die sie mit klarem Kopf im richtigen Leben niemals tun würden. Warum ist das so? Die Gründe sind vielfältig, aber ich will im Folgenden einige Hauptursachen für Fehlverhalten und missglückte Kommunikation aufzählen und dann auch gleich zeigen, wie man diese behebt. Dabei richtet sich auch hier der Blick vor allem darauf, wie es gelingt, eigene digitale Medienkompetenz zu erlangen, zu erweitern und für die (eigene) Unternehmenskommunikation nutzbar zu machen. Zur vollständigen Leseprobe (Quelle:Haufe Verlag, Freiburg)