Literatur | Handbuch Arbeitnehmerdatenschutz

Handbuch_Arbeitnehmerdatenschutz

In der vorliegenden Neuauflage wurde der Aufbau in großen Teilen neu konzipiert und folgt im Wesentlichen den Zulässigkeitskriterien des § 32 des BDSG. Das Handbuch macht das kom-plexe Zusammenwirken arbeitsrechtlicher Bestimmungen mit den Normen des BDSG und weiteren datenschutzrechtlichen Geboten und Verboten überschaubar. Es bietet eine detail-lierte Darstellung der Schnittstelle Datenschutz und Mitbestimmung.

In den Fallbeurteilungen, bei denen gerade im Arbeitnehmerdatenschutz häufig unbestimmte Rechtsbegriffe zugrunde liegen, zeigen die Autoren sachgerechte und akzeptierte Argumente für eine datenschutzgerechte Lösung auf. Die aktuellen Tätigkeitsberichte der Aufsichtsbehör-den sowie ihre Empfehlungen sind ausgewertet und in die Fallbeschreibungen integriert.

Die umfangreiche Rechtsprechungsübersicht nach Schlagworten, das ausführliche Stichwort-verzeichnis und zahlreiche Muster- und Formulierungshilfen sind unerlässliche Hilfen für den Praktiker.


Aus dem Inhalt:
• Strukturelemente und rechtspolitisches Umfeld des Arbeitnehmerdatenschutzes
• Die Grundsätze des Personalaktenrechts
• Das Bundesdatenschutzgesetz
• Die Erhebung, Verarbeitung und Nutzung von Beschäftigtendaten zur Begründung des Beschäftigungsverhältnisses
• Erhebung, Verarbeitung und Nutzung von Beschäftigtendaten zur Durchführung des Arbeitsverhältnisses
• Compliance und Mitarbeiterkontrollen durch Technik
• Das Löschen, Berichtigen und Sperren von Daten
• Transparenz-Pflichten
• Das Datengeheimnis, Schweigepflichten und Sanktionen von Datenschutzverstößen
• Die Kontrolle des Arbeitnehmerdatenschutzes
• Datenschutz durch Mitbestimmung
• Datenschutz bei der Mitarbeitervertretung
• Die wichtigste höchstrichterliche Rechtsprechung zur Verarbeitung von Arbeitnehmerdaten in den Jahren 1986-2012

Kapitel 1 Strukturelemente und rechtspolitisches Umfeld des Arbeitnehmerdatenschutzes 1 Der Persönlichkeitsrechtsschutz 1.1 Allgemeines Datenschutzrecht ist ein relativ „modernes“ Rechtsgebiet. Allein schon der Begriff ist 1 verhältnismäßig neu – in vor den 70er Jahren erschienenen Lexika fand sich das Wort noch nicht. Andererseits ist die Zielrichtung datenschutzrechtlicher Regelungen keineswegs neu. Dass – jedenfalls bei bestimmten Lebenssachverhalten – Daten nur für den von dem Betroffenen gewollten Zweck verwendet werden dürfen und eine Zweckentfremdung in aller Regel seiner Einwilligung bedarf, war schon lange Gegenstand zahlreicher, bisweilen sogar strafrechtlich sanktionierter „Vertraulichkeitsregelungen“. Hierzu gehören etwa die ärztliche Schweigepflicht ebenso wie das Brief- oder Fernmeldegeheimnis oder Schweigepflichten für Betriebsräte im BetrVG oder für Arbeitnehmer z.B. im UWG oder in Tarifverträgen. Rechtspositionen wie das „Recht am eigenen Bild“ oder das „Recht am gesprochenen Wort“ spiegeln, abgeleitet aus dem Persönlichkeitsrechtsschutz, den Anspruch des Einzelnen auf informationelle Selbstbestimmung bei Erhebungen und Verwendungen seine Person betreffender Daten und Informationen wider. Auslöser für die nicht nur spezielle Lebenssachverhalte, sondern generell die Verwen- 2 dung von Informationen über einen Einzelnen regelnde Datenschutzgesetzgebung waren Anfang der 70er Jahre die seinerzeit mehr erahnten als existenten Gefährdungen des Persönlichkeitsrechts durch die damalige Großrechnertechnologie mit ihren hinsichtlich Menge, Schnelligkeit und Entfernung geschaffenen Möglichkeiten unbegrenzter Datenverarbeitung. Inzwischen ist die personenbezogene Datenverarbeitung allgegenwärtig, und die Risiken für die Betroffenen haben sich potenziert. Die automatisierte Datenverarbeitung und -nutzung stellt in Wirtschaft und Verwaltung den „Normalfall“ des „Umgangs“ mit personenbezogenen Daten dar und erfasst nahezu alle Lebensbereiche. Die automatisierte Auswertung von Daten ermöglicht den verarbeitenden Stellen die Erstellung aussagekräftiger Persönlichkeitsprofile, wobei staatliche wie wirtschaftliche Interessen an der Gewinnung von möglichst umfassenden Erkenntnissen über Betroffene vielfältig sind. Die Bewertung einer bestimmten Person durch Scoringverfahren, die Erstellung von Kunden- oder Mitarbeiterprofilen im Rahmen sog. Data-Warehouse-Verfahren oder staatliche Rasterfahndungen auf der Grundlage sog. Täterprofile zeigen dies beispielhaft auf. Hinzu kommt, dass der internationale Austausch personenbezogener Informationen in der globalisierten und vernetzten Welt immer selbstverständlicher wird – und diese Entwicklungen auch am Arbeitsverhältnis nicht vorbeigehen. Probe weiterlesen. (Quelle:DATAKONTEXT GmbH)