Literatur | Der Mehrwert von Social Media Anwendungen für das Wissensmanagement von Unternehmen: Wissen von und über Stakeholder

 

Der Mehrwert von Social Media Anwendungen für das Wissensmanagement von Unternehmen

 

Die Entwicklung fährt fort – die Technologien des Web 2.0 und die auf ihm basierenden Social Media Anwendungen dürften mit ihren Funktionalitäten gerade auch für Unternehmen von Nutzen sein. Die schon aus der Definition resultierenden informativen, kommunikativen, beziehungstechnischen und kollaborativen Elemente können – intern wie extern – Effizienz- und sogar Umsatzsteigerungen bewirken. Über die verbesserten Interaktionsmöglichkeiten lassen sich auf die wertschöpfenden – als auch die sie unterstützenden Unternehmensbereiche Einfluss nehmen. So können sie unter dem Stichwort Smart Collaboration mit ihren Groupwareeigenschaften im Projektmanagement workgroup- und workflowunterstützende Funktionalitäten zur Verfügung stellen. So lassen sich Lessons Learned oder Best Practice Beispiele über Wikis, Blogs oder Podcasts gebündelt und zentral nach dem Pull Prinzip zur Verfügung stellen.

Die Ansätze reichen vom einfachen Microblogging oder Instant Messaging – à la Twitter bzw. Skype bis hin zu wirklichen unternehmensinternen Social-Networking Plattformen, welche alle Funktionalitäten umfassen – von posten, über bloggen, filesharing bis hin zu einem internen Wiki.

Leseprobe: Wissensziele: Die Wettbewerbsrelevanz der Ressource Wissen ist nicht mehr in Frage stellen (siehe allgemeine Problemstellung). So ergibt sich die Herausforderung, das verfügbare Wissen zu erwerben, zu entwickeln, zu verteilen, zu nutzen und zu bewahren. Der Baustein Wissensziele findet bei dem Prozessorientierten Ansatz von Probst außerhalb der eigentlichen Kernprozesse statt und gehört zum Managementkreislauf. Zuerst müssen die Ziele des Wissensmanagements definiert werden, um den kollektiven Lernanstrengungen eine Richtung zu geben, festzulegen, auf welchen Ebenen welche Fähigkeiten ausgebildet werden sollen und seine Wissensbasis für die Zukunft planen zu können. Diese Wissensziele müssen konform mit den Unternehmenszielen sein bzw. mit diesen abgestimmt sein. Dadurch ist es dem Unternehmen möglich, seine Ressourcen zielbezogen einzusetzen und später eine Erfolgskontrolle über den Zielerreichungsgrad durchführen zu können. Wie bei der unternehmerischen Zielsetzungen generell unterscheidet man auch in wissensmanagementbezogenener Hinsicht zwischen normativer, strategischer und operativer Zielebene. Bei der normativen Zielformulierung soll versucht werden, die Vision und Mission des Unternehmens – also ein Leitbild zur Schaffung einer ‘wissensbewussten Unternehmenskultur’ – zu kreieren und kulturelle Leitlinien zu formulieren, die die Einstellung und Bereitschaft jedes Einzelnen des Kollektivs fördern, sich im Wissensmanagementprozess zu engagieren. Sie manifestieren sich in der Unternehmensverfassung (rechtliche Strukturen, Auswirkung auf WM), der Unternehmenspolitik (Wissensleitbild, Identifikation von kritischen Wissensfeldern) und der Unternehmenskultur (Wissensteilung, Innovationsgeist, Kommunikationsintensität). Auf strategischer Ebene gilt es zu zeigen, wie man das Ziel erreichen kann. So wird das relevante organisationale Kernwissen definiert, das in der Wissensbasis vorhanden sein soll, die Richtung des zukünftigen Kompetenzaufbaus festgelegt und der daraus folgende Kompetenzbedarf herausgearbeitet. Die strategischen Ziele haben ihre Ausprägung in den Organisationsstrukturen und den Programmen der Unternehmung. Die operativen wissensbezogenen Ziele stellen schließlich die aus den strategischen Zielsetzungen abgeleiteten, in konkrete Handlungsanweisungen überführten Teilziele dar. Sie sollen helfen, die Infrastruktur des organisationalen Wissens zu optimieren und schlagen sich in der Gestaltung der täglichen Abläufe und Aktivitäten im Hinblick auf die Ressource Wissen nieder. 4.1.1.1, Potentiale: Social-Software-Applikationen bergen über die Ermöglichung von ‘Social Networking’ vielfältige Möglichkeiten, Zielsetzungen des Unternehmens in wissensbezogener Hinsicht zu unterstützen. Durch die Förderung der sozialen Kontakte durch Kommunikations-, Kollaborations- und Interaktionsunterstützung kann es zu einem verbesserten Austausch zwischen den Wissensträgern kommen. Dies bildet die Grundlage für alle weiteren Bausteine des Wissensprozesses. Über die wissensförderliche, anstachelnde Atmosphäre kann der Teamgeist gefördert werden und über die Übung nicht zuletzt die Methodik der Externalisierung des Wissens selbst geschult werden. Voraussetzung ist allerdings eine positive Haltung und Einstellung der Organisationsmitglieder – also der menschlichen Wissensträger, IT Anwendungen auch nutzen zu wollen. Dazu müssen Nutzungsbarrieren weitestgehend abgebaut und die Bereitschaft jedes Einzelnen zu ihrer Nutzung gefördert werden. Dazu gilt es die unternehmenskulturellen, organisationalen und sozio-psychologischen Rahmenbedingungen zu schaffen. Auch Pod- und Vodcasts können die Übermittlungsbereitschaft steigern. So können sie dazu beitragen Hemmschwellen in der Kommunikation zu senken, da man über die vielfältigen Eindrücke eine sehr persönliche Kommunikation erzeugen kann. Sie dienen daher gut dem Vertrauensaufbau. (Quelle:Diplomica Verlag GmbH)