IT Sicherheit | Nicht die Geheimdienste sind das Problem

Die Diskussion über NSA-Abhörprogramme darf nicht dazu führen, dass der Mittelstand das eigentliche Problem vernachlässigt: Ausspähversuche durch die Konkurrenz. Eine Bestandsaufnahme der IT-Sicherheit sollte klären, ob zeitgemäße Firewalls und E-Mail-Verschlüsselungstechniken genutzt werden. Das bietet schon viel Schutz.

„Prism: Verschlüsselte Mails machen die NSA neugierig“, titelte Zeit Online vor kurzem und warf damit indirekt die Frage auf, ob es vielleicht besser sei, ganz auf eine Verschlüsselung seiner E-Mails zu verzichten, um möglichst wenig ins Visier des US-Geheimdienstes zu geraten. Die entscheidende Frage für einen Unternehmer wäre demnach: mit der Verschlüsselung die Aufmerksamkeit der Geheimdienste erregen oder ohne Verschlüsselung die Wettbewerber geradezu zum Mitlesen von Betriebsinterna einladen?

Nicht die Geheimdienste sind das Problem

Meine Antwort ist eindeutig: Für Unternehmer sollte nicht maßgeblich sein, was ein Geheimdienst tut, sondern wie ihre Konkurrenten agieren. Denn die größte Gefahr geht für die meisten kleinen und mittelständischen Betriebe nicht von den – vor allem – Terroristen jagenden Nachrichtendiensten aus, sondern von Wirtschaftsspionen jeglicher Couleur und Nationalität, die Geschäftszahlen, Patentinformationen oder andere im harten Wettbewerb verwertbare Informationen abgreifen wollen.

Fürchten Sie Ausspähversuche von Wettbewerbern

Wenn Sie jetzt nach all den Veröffentlichungen und Diskussionen auf die Idee kommen sollten, einfach gar nichts mehr hinsichtlich Ihrer Sicherheit zu tun – nun, dann hätten Sie tatsächlich etwas falsch verstanden. Denn beispielsweise ein gutes Verschlüsselungsprogramm für Ihre E-Mails erschwert es Wirtschaftsspionen erheblich, auf die Schnelle an wichtige Daten zu kommen – und oft ist der Faktor Zeit entscheidend, etwa bei Innovationen. Wenn ein datendiebischer Wettbewerber nämlich Monate oder sogar Jahre bräuchte, um eine Ihrer verschlüsselten E-Mails zu dechiffrieren, dann wären Sie mit Ihrer Idee schon genau um diese Zeitspanne mit der Forschung, Entwicklung oder Markteinführung weiter vorangekommen…

Überprüfen Sie Ihre Schutzmaßnahmen

Sie sehen: Die aktuelle Diskussion um staatliche Abhörprogramme, Langzeitdatenspeicherung und Aushöhlung der Privatsphäre ist gut. Aber sie darf nicht dazu führen, dass Mittelständler ihren wirklichen betrieblichen Schutzbedarf aus den Augen verlieren. Wichtig ist zuerst eine Bestandsaufnahme, welche Arten von Daten auf welchen Geräten für wen wertvoll sein könnten. Die NSA wird sich beispielsweise kaum für Angebote interessieren, die Konkurrenz schon. Wo also lagern die Dokumente und wie könnte jemand versuchen, sich Zugang zu verschaffen? Die Studie „IT-Sicherheitslage im Mittelstand 2013“ des Vereins „Deutschland sicher im Netz“ (DsiN) hat offenbart, dass 99 Prozent der befragten Unternehmer ihren Internetzugang sichern und 97 Prozent regelmäßig Sicherheits-Updates vornehmen. Sollten Sie das bisher nicht machen, ist es höchste Zeit.

Überlassen Sie nichts dem Zufall

Massiven Handlungsbedarf signalisiert eine andere Zahl: Nur 44 Prozent der Befragten ergreifen Maßnahmen, die für eine vertrauliche Mailkommunikation sorgen, weniger als im Vorjahr. Und jedes fünfte mobile Gerät ist nicht abgesichert. Wird es gestohlen oder angezapft, kann jeder die dort gespeicherten Unternehmensdaten auswerten. Sie sollten sich als mittelständischer Unternehmer also weniger Sorgen um die Abhörmöglichkeiten der NSA machen. Und mehr Angst davor haben, dass verschlüsselte Informationen bei Ihren Konkurrenten landen und diese stark machen. In der Broschüre „Verschlüsselung von E-Mails – Leitfaden zur E-Mail-Sicherheit für Unternehmen“ gibt es zahlreiche Tipps, wie Sie Ihre elektronische Kommunikation vor Spionageversuchen schützen können. Und es empfiehlt sich, regelmäßig den DATEV-Sicherheitscheck zu wiederholen und zu prüfen, ob die eigenen Verteidigungsmaßnahmen noch dem aktuellen Stand entsprechen. Ihre Unternehmensdaten sind zu wertvoll, um bei diesem Thema etwas dem Zufall zu überlassen.

Fundstelle/Quelle: https://www.trialog-unternehmerblog.de/2013/07/24/nur-verschlusselung-schutzt-informationen/

 

 

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