Kanzlei Strategie u. Personalführung | Der Fisch stinkt zuerst am Kopf

brainGuide Experte für Kanzlei Wissensmanagement Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung, Ralf Grandt, Lösungsmanager für Wissen, Prozess und QualitätDer Kopf von etwas zu sein, setzt voraus, den Kopf für etwas zu haben. Überlegen Sie sich, was Sie erreichen wollen, und suchen Sie sich dann die Mitarbeiter, die dieses Anliegen in dem Kanzlei Alltag umsetzen können und Freude daran haben.

Arbeitsfreude und Lebenslust gehören zusammen. Wer seinen Job mit Begeisterung ausfüllt, ist immer ein hoch motivierter Mitarbeiter. Um die Stellen mit Menschen besetzen zu können, für die der Beruf auch Berufung ist, braucht es exakte Stellen-beschreibungen und keine Spontanentscheidungen ohne jede Grundlage.

Fallen Sie dabei nicht dem Irrtum anheim, dass Personalkosten immer tunlichst niedrig zu halten sind. Die Personalkostenquote ist kein Dogma, entscheidend ist, dass der Gewinn stimmt! Für jede Dienstleistung braucht man motivierte Mitarbeiter – und auch die Steuer- u. Wirtschaftsprüfungskanzlei gehört zu den Dienstleistungs-Unternehmen. Leistungsmotivation ist aber nicht im Modell „billig und willig“ zu haben oder mit 400-Euro-Kräften in der Patchwork-Kanzlei. Mit hohen Gehältern kann man sogar manchmal Kosten sparen!

Sie brauchen nicht unbedingt viele Mitarbeiter, Sie brauchen die richtigen am richtigen Platz. Und Sie müssen Ihre Mitarbeiter ernst nehmen. Sie brauchen innerbetriebliche Rituale wie eine Familie – z.B. kurze Arbeitsbesprechungen vor Beginn und/oder am Abschluss des Arbeitstages, alle sechs bis acht Wochen ergänzt durch Teambesprechungen. Und einmal im Jahr sollten Sie mit jedem Mitarbeiter ein persönliches Gespräch führen – und ihr oder ihm Ihre Wertschätzung zeigen. Wenn ein Kanzleiinhaber seinen Mitarbeitern so viel Zuwendung schenken würde wie der EDV, würde so manche Kanzlei besser laufen!

Als Kanzleiinhaber sind Sie immer Vorbild! Wenn Ihre Mitarbeiter nicht das tun, was Sie sollen, müssen Sie sich immer zuerst fragen, ob Sie irgendetwas falsch machen. Und wenn Sie mit Ihren Mitarbeitern nicht zufrieden sind, müssen Sie zuerst daran denken, wer sie eingestellt hat. Es heißt nicht ohne Grund: „Der Fisch stinkt zuerst am Kopf.“